1932 - reloaded

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Daten

Entstehungszeit und –ort: August 2005 – März 2007 in Hamburg, Israel und verschiedenen Archiven (in Hamburg und Berlin)
Umfang: 340 Seiten

Traumreise Bild mit dem Datum 30.1.1933 und einer Menschenmasse, grob gezeichnetInhalt

Johannes Großvater bekennt sich auf dem eigenen Geburtstag zu seiner SA-Vergangenheit und bezeichnet diese Phase seines Lebens als „herrlich“. Dieses Bekenntnis weckt in Johannes vor allem ein Gefühl der Neugierde.
Als er vom Projekt Traumreise und damit von der Möglichkeit erfährt, in die Vergangenheit zu reisen, zögert er nicht lange. Er lässt sich in einen künstlichen Schlaf versetzen und reist via Traumbeeinflussung ins Jahr 1932. In diesem Jahr wird er Zeuge der Wahlkämpfe und Straßenschlachten, die die letzte Phase der Weimarer Republik prägten. Die Reise endet im April 1933, und zwar an jenem Tag, als die SA jüdische Geschäfte boykottierte.
Nach zwölf Stunden Schlaf und gefühlten anderthalb Jahren in der Vergangenheit wacht Johannes im einundzwanzigsten Jahrhundert wieder auf, und plötzlich ist nichts mehr so, wie es war.

Leseprobe

Johannes Herz klopft im Marschrhythmus. Eine Viererreihe nach der anderen stiefelt an ihm vorbei. Sarahs Hand ist eiskalt. Noch immer hat Johannes keine Kraft, auf ihr wiederholtes „Nun komm endlich!“ zu reagieren. Wie oft ist er in den letzten Wochen ziellos durch die Straßen geirrt, diese Männer haben ein Ziel, wie oft ist er in gebeugter Haltung zur Stempelstelle gegangen, diese Männer gehen aufrecht, wie sehr hat ihn das Chaos auf der Straße entsetzt, nun wird er gerade Zeuge einer geradezu atemberaubenden Disziplin, einer Ordnung inmitten des chaotischen Jahres 1932, diese Männer schauen nicht nach links oder rechts, sie schauen nach vorn …

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